Arethusa Falls

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"Das neue Album Arethusa Falls des Saxophonisten Adam Claussen ist voller Kompositionen, die kontemplative Emotionen hervorrufen, wenn sie lebendige Klanglandschaften mit reichen Farben und Texturen wie 'Dark Tides Rising' malen.''


-WestSideOfJazz

Tief in den White Mountains von New Hampshire stürzen die kühlen Gewässer von Bemis Brook einen 42 Metern langen Granitfelsen hinab in die felsigen Becken. Wanderer aus nah und fern genießen hier eine Mittagspause im nebligen Sprühregen der Fälle und machen den mühseligen, verschwitzten Treck durch die starke Hitze und Feuchtigkeit des Sommers zu einer Anstrengung, die sich lohnt. Der Lärm des fallenden Wassers dämpft das Geräusch von Kindern, die schreien und lachen, während sie versuchen, die eiskalten Becken einer Herausforderung zu trotzen. Der weite Himmel über ihm ist mit einem makellosen Marmorblau versehen, das sich entlang der tiefgrünen, mit Kiefern bedeckten Hänge des Crawford Notch, der die Arethusa Falls wiegt, umgibt.

 

Arethusa Falls bietet einen Überblick über das Leben des 22-jährigen Saxofonisten und Komponisten Adam Claussen in den letzten zwei Jahren. Was ursprünglich als Aufnahmeprojekt mit seinen Musikerkollegen an der University of Miami im Herbst 2017 begann, wurde Ende 2018 zu einem vollständig verwirklichten Album, in dem die Performance- und Kompositionsfähigkeiten vorgestellt wurden, die Claussen im Laufe der Jahre entwickelt hat.

 

Mit der Hilfe von Claussens Mitbewohner Andre Bernier am Klavier, Robert Papacica an der Gitarre, Marty Quinn am Bass, Zander Ambrose am Schlagzeug und dem Musikingenieur Aaron Mutchler in der Aufnahmekabine nahm das Quintett sechs Kompositionen auf, die einkapseln sollten der Jazz / Folk / Funk / Indie-Geist der Arethusa Falls.


 

 

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Der erste Stück "What Can Anyone Do?" ergibt sich aus dem Gefühl existenzieller Angst und mangelnder Kontrolle, das das Leben vieler junger Menschen in den vorherigen Jahren überschattet hat. Politische Auseinandersetzungen, persönlicher Verlust, Klimawandel, aufgeblähte Lebenshaltungskosten, begleitet von lähmenden Schulden - die Welt ist heutzutage nicht gerade ein glücklicher Ort, um zu existieren. Und dennoch besteht für uns alle noch eine Chance, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Inspiriert von den Werken des zeitgenössischen amerikanischen Jazz-Trios The Bad Plus, kombiniert dieses Stück schlichte, bodenständige Harmonien mit einer schrillen Melodie, um dieses Gefühl von Verlust und Ohnmacht angesichts von Widrigkeiten auszudrücken. Dieser Track enthält Soli von Andre Bernier und Marty Quinn.

 

Der Titelsong "Arethusa Falls" war natürlich die Hauptinspiration für dieses Projekt. Nach einer Mittsommerwanderung im Jahr 2017 ist die Grundidee für die Melodie so leicht gekommen: Eine einfache rhythmische Idee vom Klavier (ähnlich einem volkstümlichen Gitarrenschlag) gepaart mit einer meist diatonischen Melodie erweckte das Gefühl von Nostalgie und Wertschätzung für natürliche Schönheit das kennzeichnet diese Sommerwanderung durch den Wald zu den Arethusa Falls. Dieses Stück enthält ein Solo von Andre Bernier am Klavier.

 

"Ranek" ist ein Liebeslied. Die Umstände seiner Entstehung zu dokumentieren, würde ihren eigentlichen Zweck beeinträchtigen, da es im reinsten Sinne Ausdruck von Sehnsucht und Liebe sein sollte. Die Melodie und Harmonie von "Ranek" kehren zu einem Ort der Einfachheit zurück - hauptsächlich diatonische und verwandte Schlüsselzentren, mit einigen Jazz-beeinflussten Abweichungen von diesem pop-orientierten Ansatz. Nach einem Solo von Claussen bringt Robert Papacica die Melodie mit einem Gitarrensolo zurück.

 

"Dark Tides Rising" drückt das unausweichliche Gefühl der Angst aus, das mit der Unvermeidlichkeit eines herannahenden Sturms einhergeht. Diese Komposition wurde vor dem Landen des Hurrikans Irma im September 2017 geschrieben und vermittelt das einzigartige Gefühl der Angst, das damals in Miami allgegenwärtig schien. Mit fast ausschliesslich zwei Noten in der Melodie - Ab und B - setzt diese Komposition auf ihre Harmonien, ihre ungeraden Phrasierungen und ihr rhythmisches Gefühl, um den Hörer zu einem Gefühl des Unbehagens zu zwingen. Dieses Stück enthält Solos von Robert Papacica und Andre Bernier.

 

"Almost, Always, Mostly" ist in gewisser Weise eine Wendung, die Andre Bernier unwissentlich in der Mitte gesprochen hat. Die Melodie ist die Einstellung von Claussen auf eine zeitgenössische Jazzballade, die von einem Schlüsselzentrum zum nächsten webt und dabei unkonventionelle, nicht immer funktionale Harmonien verwendet. Mit einem Solo von Robert Papacica fängt dieses Stück die ruhige Gelassenheit des Lebens ein, die man an einem faulen Sonntagnachmittag in einem Vorort von South Miami erleben kann.

 

"Null Island" wurde nach einem einzigartigen Punkt im Atlantik, südlich der Westküste Afrikas, benannt: Koordinaten 0ºN 0ºO. (Viele Digitalkameras, für die kein GPS - Standort vorhanden ist, werden standardmäßig als Standort für die aufgenommenen Fotos verwendet, wodurch Null Island zu einem der heißesten Touristenorte der Welt wird.) Inspiriert von einer elektrisierenden Performance von Donny McCaslin im Sommer 2017 in Montreal, dieses Stück erforscht die sich immer weiter entwickelnde Welt der Jazzfusion mit einem Fokus auf Harmonie und rhythmischem Interesse. Mit einem Solo von Andre Bernier wird das Album mit einem energisch Solo von Claussen abgeschlossen, wodurch die Melodie ihre endgültige Auflösung erreicht.

© Adam Claussen 2019 (BMI)

Mixing und Mastering von Aaron Mutchler http://www.earlybirdaudio.com/

Albumkünst von Alice Kim https://hunjiya.com/

hinteres Foto von Marc Solomon https://www.marcsolomonmusic.com/